Wir alle kennen KTM, weil diese Marke viele Offroad-Rennauszeichnungen gewonnen hat.

Die Marke KTM konzentriert sich auf die Herstellung von Geländemotorrädern, die für ihre starke Leistung bekannt sind. KTM-Fahrer sind oft abenteuerlustiger, weshalb sie gerne auf kleinen Straßen, unwegsamem Gelände und schlammigen Pfaden fahren. Deshalb sagt man oft: “KTM liebt es, im Schlamm zu spielen.”

Im Jahr 1934 gründete der österreichische Ingenieur Hans Trunkenpolz in Mattighofen, im Norden Österreichs, eine Montagefabrik und Autowerkstatt und nannte sie KTM.

1937 stieg KTM in den Motorradbereich ein und begann mit dem Verkauf von DKW-Motorrädern. Sie sind vielleicht nicht mit DKW vertraut, aber Audi kennen Sie sicherlich. Audi ist eine Automarke, die durch den Zusammenschluss von DKW, Audi, Horch und Wanderer entstanden ist.

1939 brach der Zweite Weltkrieg aus. Während des Krieges entwickelte sich KTM allmählich zur größten Reparaturwerkstatt in Österreich und spezialisierte sich auf die Wartung von Dieselmotoren.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs nahm die Nachfrage nach Reparaturarbeiten für Kriegsfahrzeuge drastisch ab, und KTM sah sich gezwungen, umzudenken und die Produktion eigener Motorräder in Betracht zu ziehen. Deutschland als besiegtes Land war mit Beschränkungen in der industriellen Produktion konfrontiert, und selbst BMW musste 1947 die Erlaubnis der Vereinigten Staaten einholen, um sein erstes Motorrad herzustellen.

KTM war ebenfalls von diesen Umständen betroffen. Erst im Jahr 1951 wurde ihr erstes Motorrad, die R100, vorgestellt. Im selben Jahr nahmen sie an einem lokalen Motorradrennen teil und erreichten den dritten Platz. Während der Motor von einer Tochtergesellschaft von Bombardier hergestellt wurde, wurden alle anderen Komponenten dieses Motorrads intern gefertigt.

1953 begann die Massenproduktion der R100, allerdings hatte KTM zu dieser Zeit nur 20 Mitarbeiter, was einer Produktionsrate von drei Motorrädern pro Tag entsprach. Überraschenderweise lieferte KTM mit dieser Fertigungsgeschwindigkeit innerhalb eines Jahres 1.000 Motorräder aus und gewann auch die österreichische Landesmeisterschaft in der 125-ccm-Klasse.

Im Jahr 1956 nahm KTM am Internationalen Sechstage-Enduro teil, dem ältesten Offroad-Motorradrennen der Geschichte, und gewann die Meisterschaft.

1970 begann KTM mit der Produktion des eigenen 250-ccm-Motors, was den ersten Schritt in Richtung unabhängige Forschung und Entwicklung markierte und eine solide Grundlage für zukünftiges Wachstum legte.

Bis 1971 hatte KTM seine Belegschaft auf 400 Mitarbeiter erhöht und bot 42 verschiedene Modelle in seiner Produktpalette an. Zu dieser Zeit konzentrierte sich KTM nicht nur auf zivile Motorräder, sondern produzierte auch exklusiv für den Rennsport in der Motorradrennindustrie professionelle Motorräder.

Im Jahr 1973 führte KTM seine hoch angesehenen Enduro-Modelle ein. Im selben Jahr sicherte sich das österreichische Team, das hauptsächlich mit KTM-Motorrädern antrat, erneut den Offroad-Motorrad-Weltmeistertitel, indem es den Weltrekord erneut brach.

Im Jahr 1988 traten die vier großen japanischen Motorradhersteller – Honda, Suzuki, Yamaha und Kawasaki – in den Motorradmarkt ein. Mit besserer Qualität und höherer Kraftstoffeffizienz dominierten die japanischen Marken nahezu über Nacht den Markt für Leichtmotorräder. Daraufhin stellte KTM in diesem Jahr die Produktion von Roller-Motorrädern ein.

Im folgenden Jahr wurden 51% der KTM-Aktien verkauft. Trotz des anhaltenden Erfolgs von KTM in Offroad-Motorradrennen weltweit trug dies nicht wesentlich zur finanziellen Performance des Unternehmens bei. Der österreichische Politiker Josef Taus leitete 1989 die Übernahme von KTM, mit dem Ziel, KTM wieder an die Spitze zu bringen.

Im Jahr 1991 meldete das schlecht geführte Unternehmen KTM Konkurs an. Zu dieser Zeit bestand KTM aus vier Abteilungen: Motorräder, Kühler, Fahrräder und Werkzeuge.

Im Jahr 1992 wurde die Motorradabteilung von KTM umstrukturiert und in KTM Sportmotorcycle GmbH umbenannt. Der österreichische Geist des Durchhaltevermögens und die Einstellung, nach einem Fall wieder aufzustehen, durchdrangen jeden Mitarbeiter von KTM zutiefst. Auch nach der Gründung des neuen Unternehmens strebte KTM weiterhin danach, zum König der Offroad-Motorräder zu werden.

Im Jahr 1993 zahlte sich das Durchhaltevermögen von KTM schnell aus. Sie errangen Siege in allen fünf Klassen bei der American Atlas Rallye und dominierten erneut die Rennszene.

Seitdem hat KTM eine unaufhaltsame Phase erreicht. Im Jahr 2001 gewannen sie bei ihrer zweiten Teilnahme an der Dakar-Rallye und behielten diesen Rekord 18 Jahre lang. Im Jahr 2010 sicherten sich KTM-Rennräder die Titel aller 172 Offroad-Motorrad-Weltmeisterschaften, die in diesem Jahr stattfanden, und verdienten sich den wohlverdienten Titel “Offroad-König”.

Im Jahr 2011 setzte sich der orange Sturm fort, als KTM seinen 10. Dakar-Rallye-Pokal gewann und das anspruchsvollste Offroad-Rennen der Welt eroberte. In den folgenden Jahren gewann KTM zahlreiche Auszeichnungen, insbesondere in Offroad- und extremen Kälte-Herausforderungen.

Im Jahr 2012 ereigneten sich zwei bedeutende Ereignisse. Erstens nahm KTM am MotoGP3-Championat teil. Zweitens arbeiteten sie mit Bajaj, dem zweitgrößten Motorradhersteller in Indien, zusammen, um die Duke 200 zu entwickeln und erfolgreich auf den Markt zu bringen. Dadurch wurde KTM zum zweitgrößten Motorradhersteller der Welt. Bis jetzt hat KTM insgesamt 213 Weltmeisterschaften gewonnen.